Die Gegner des Hubschrauber-Landesplatzes
haben einen weithin sichtbaren Schriftzug auf dem Kalkberg installiert,
um gegen den kürzlich beschlossenen Hubschrauberlandeplatz zu
protestieren. Die SPD zeigt sich unbeeindruckt.
Kalk -
Ein weithin sichtbarer Schriftzug, ähnlich dem berühmten „Hollywood“-Wahrzeichen, schmückt seit dem Wochenende die Spitze des
Kalkbergs.
Das Ganze ist jedoch kein Werbegag der Kölner Film- und Fernsehbranche,
sondern Ausdruck des wachsenden Protestes gegen den vom Rat der Stadt
am 20. Dezember 2011 beschlossenen neuen Hubschrauberlandeplatz auf der
Anhöhe.
Knapp 100 Bürger waren einem Aufruf gefolgt und am Samstag mit Sägen,
Hämmern und Baumaterial beladen auf die ehemalige Hochdeponie der Chemischen Fabrik Kalk
gezogen und hatten dort in Teamarbeit die weißen Lettern errichtet.
„Der Rat der Stadt hat bei seiner Entscheidung nicht bedacht, welchen
besonderen Wert dieser Ort für die umliegenden Stadtteile hat. Er ist
Aussichtspunkt und Naherholungsgebiet von unübertrefflicher Lage“,
erklärt Boris Sieverts, der den Widerstand organisiert hat.
Besonders ärgert es den Stadtführer, dass alternative Optionen für den
Landeplatz an anderen Stellen der Stadt leichtfertig aussortiert worden
seien. „Unser Vorschlag ist, die Dächer der Messe zu nutzen. Diese sind
verkehrsmäßig noch besser angebunden und haben im direkten Umkreis keine
Wohnbebauung. Schon jetzt werden diese Flächen von schweren LKW
befahren“, ergänzt Sieverts.
In den angrenzenden Vierteln des Kalkbergs
– Buchforst und Kalk – wären von dem täglichen Rotorenlärm in einem
Umkreis von einem Kilometer rund 20 000 Menschen betroffen. „Das wäre
unhaltbar für die Anwohner“, findet auch Loca Palermo. Sie hält die 75
Meter hohen Hügel aber auch unabhängig von der aktuellen Diskussion um
die Basisstation für erhaltenswert. „Warum nicht auch einmal ein
bisschen Wildnis in der Großstadt“, fordert auch Karsten Göbbels. „Der
Rat der Stadt trifft seine Entscheidungen immer sehr leichtfertig, wenn
es um das Rechtsrheinische geht“, so der zweifache Familienvater. Er
freut sich, dass sich so viele Menschen an der Protestaktion beteiligen
und damit zum Ausdruck bringen, wie wichtig ihnen der Ort ist.
So lange das umstrittene Bauvorhaben von Seiten der Stadt noch nicht
umgesetzt ist, möchte die Bürgerinitiative den Kalkberg ab sofort
offiziell als Begegnungsstätte nutzen. Auch eine gelegentliche
Bespielung mit Theater wird diskutiert.
Stadtdirektor Guido Kahlen
(SPD) zeigt sich von der Aktion allerdings unbeeindruckt. In der
Sendung „Lokalzeit“ des Westdeutschen Rundfunks (WDR) stellte er die
getroffene Standortwahl für den Landeplatz am Samstagabend abermals als
alternativlos dar.
Er versprach aber, dass die Hubschrauber definitiv nicht in den
Nachtstunden fliegen werden. „Der eigentliche Lärm vor Ort geht von
Schiene und Straße aus“, so Kahlen im Interview. Diesbezüglich würde man
aber derzeit zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen prüfen.